Ottobeuren im Tal der Günz Ottobeuren liegt malerisch im Allgäuer Alpenvorland im Tal der Günz.
Als in grauer Vorzeit Uot durch die Lande strich, auf der Suche nach einer neuen Heimat, liess er sich hier nieder und gab seiner Siedlung den Namen Uotenburen. Die Siedlung wurde grösser, der Name änderte sich nach Jahren in Uttinburra, als sie schliesslich im Jahre 764 vom Gaugrafen Silach für eine grosszügige Stiftung ausersehen wurde. In jener Zeit war es schon fast in Mode gekommen, Klöster zu gründen, und so entstand auch an diesem herrlich gelegenen Plätzchen ein Benediktinerkloster.
Die Basilika von Ottobeuren Es erhielt im Jahre 800 von Kaiser Karl dem Grossen die Reichsunabhängigkeit zugesprochen und war somit vom üblichen Kriegsdienst befreit. Davon profitierten auch die Einwohner des Ortes. Berühmt geworden ist Ottobeuren, wie es heute heisst, vor allem durch seine Barockkirche. Sie zählt zu den weltweit Schönsten und lockt schon wegen ihres monumentalen Aussehens zahlreiche Besucher an. Aber auch grosse Orchesterkonzerte, geleitet von zum Teil weltberühmten Dirigenten, standen und stehen des öfteren im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.
Barock und Rokoko Schliesslich existieren in der Basilika noch zwei voll funktionsfähige Orgeln des grossen Orgelbaumeisters Karl Riepp aus dem Jahre 1766, die jeweils in den Sommermonaten regelmässig am Samstag Nachmittag und auch zu weiteren besonderen Gelegenheiten mit ihrer überwältigenden Klangfülle die Zuhörerschaft begeistern.
200-Jahr Gedenk-Feier Der nahe Ort erhielt im 11. Jahrhundert die Marktrechte. Seit Karl dem Grossen bis 1802 war das Kloster eine sehr bedeutende Reichsabtei, in der stets Künste und Wissenschaften gepflegt wurden. Beispielsweise erfolgte hier im Jahre 1784 der erste erfolgreiche Start eines Heissluftballons von deutschem Boden aus (Das Bild zeigt die 200-Jahr Gedenkfeier an dieses spektakuläre Ereignis). Der Ordensangehörige Pater Ulrich Schiegg setzte diese damals revolutionär anmutende Idee in die Tat um.
Ottobeuren von Süden her gesehen Die ursprünglichen Anlagen wurden des öfteren ein Opfer der Flammen; die heutigen Gebäude entstanden ab 1711, die Basilika 1737-66 unter den Äbten Anselm Erb und dann Rupert II Neß.
An der grossartigen Barockanlage wirkten die hervorragendsten Künstler der damaligen Zeit mit. Der Baumeister Johann Michael Fischer vollendete den Bau 1766.
Ottobeuren von Süden her gesehen Heute ist Ottobeuren ein Kneippkurort; im Jahre 1821 wurde im nahe gelegenen Örtchen Stephansried der Wasserdoktor Pfarrer Sebastian Kneipp geboren und später in Ottobeuren zum Priester geweiht.